Gemeinsam die Welt erleben – Mitglieder der Raiffeisenbank Schaafheim eG reisten ins märchenhafte Andalusien

Ein Reisebericht von Christoph Wunderlich, Vorstand der Raiffeisenbank Schaafheim eG

Tag 1

Spaniens Süden, bezaubert nicht nur durch die allgegenwärtige maurische Baukunst - das Erbe der jahrhundertelangen Herrschaft der Araber – sondern ebenso durch seine kulturelle Vielfalt und durch äußerst abwechslungsreiche Landschaften voller Gegensätze. Im Lande der „Fiestas“ und des „Flamencos“ laden interessante Städte mit lebendiger Vergangenheit und ländlich, pittoreske weiße Dörfer zum Verweilen und Entdecken ein.

So flogen wir am 25. September 2014 von Frankfurt am Main nach Sevilla. Ein vielseitiges, farbenprächtiges Mosaik aus Kultur, Natur und Lebensfreude betörte uns von nun an eine ganze Woche lang.

Tag 2

In Sevilla, der kapriziösen Hauptstadt Andalusiens, entdeckten wir am 2. Tage unserer Reise eine Sehenswürdigkeit nach der anderen. Wir starteten auf dem Plaza de América, der 1929 für die Iberoamerikanische Ausstellung angelegt wurde. Dieser Platz wird von in sich verfließenden Gebäuden dominiert, deren Fassaden maurische, gotische, barocke und klassizistische Stile vereinen. In einer halbkreisförmigen Front wurden dabei 52 Fliesenbilder verewigt, welche die verschiedenen Provinzen Spaniens darstellen sollen. Ein Hauch von Venedig entsteht durch einen Wasserkanal, der dem Gebäudeverlauf folgt. Dieser wird durch mehrere wunderschön verzierte Brücken überspannt. Mit diesen romantischen Eindrücken gingen wir durch ein enges, weißgetünchtes Labyrinth von Gassen weiter zum großartigen Real Alcazar, dem Königspalast. Dort schlenderten wir durch die weitläufige Palast- und Gartenanlage, welche noch in heutiger Zeit dem König von Spanien bei einem Stadtbesuch als Residenz dient. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der Kathedrale Santa Maria, die auf den Grundmauern einer Moschee zu einer der größten Kirchen der Welt aufgebaut ist und entdeckten dort sogar das prächtig anmutende Grab von Christopher Columbus.

Sevilla liegt am Fluss Guadalquivir. Direkt am Ufer steht der Torre del Oro, der Goldturm. Er wurde 1222 erbaut und diente später als Zwischenlager des Inka- und Aztekengoldes. Natürlich ließen wir es uns – obwohl schon spät nachmittags – nicht nehmen, auf dem Fluss bei einer einstündigen Bootstour einmal in die Fußstapfen von Christopher Columbus zu treten.

Abends stand dann noch der Besuch eines Flamencolokals auf dem Programm. Tänzerische Hochleistungen, gepaart mit viel Folklore verführten uns zum Abschluss des Tages zu einem genussvollen Hochgefühl.

 

Tag 3

Am 3. Tag verweilten wir zunächst in Cordoba, dem Zentrum gläubiger Muslime im Abendland. Die Stadt gilt kulturell als die wohl bedeutendste Stadt Europas im Mittelalter. Viele Jahrhunderte lebten in Cordoba die verschiedensten Kulturen meist friedlich zusammen. Sie hinterließen dabei ganz Erstaunliches. Zum Beispiel eine wunderschöne Moschee aus dem 8. Jahrhundert, in deren Zentrum ein christlicher König später eine riesige Kathedrale bauen ließ. Wir bewunderten im Inneren der unterschiedlichen Gebetszentren einen schier endlosen „Wald“ aus 856 freistehenden Säulen. Sicherlich das Beindrücksende, das wir aus Cordoba für unsere Gedanken mitnahmen.

Auf der Weiterfahrt nach Granada nahmen wir uns gleich am Abend noch die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit von Andalusien vor, die Alhambra. Übersetzt heißt Alhambra „rote Zitadelle“.

Dieser prächtige Burgkomplex, der eine ganze Palaststadt ist und auf einem Hügel oberhalb von Granada von den Mauren erbaut wurde, wird abends romantisch und strahlend zugleich angeleuchtet. Das Lichtschauspiel lies die Anlage, auch Nasriden-Palästen genannt, mit ihren verspielten Innenräumen, plätschernden Brunnen und lauschigen Höfen sehr lebendig erscheinen.

Der letzte Sultan auf spanischem Boden, der muslimische Herrscher Boabdil, erkannte im Jahre 1492 die Übermacht der Belagerer und übergab die Anlage kampflos an die katholischen Könige Ferdinand und Isabella. Kolumbus besuchte die katholischen Könige oftmals in der Palastanlage und bewirkte ihre Unterstützung für seinen Aufbruch in die neue Welt, der in der Entdeckung Amerikas gipfelt. Die Geschehnisse in Granada im Jahr 1492 sind deshalb ohne Übertreibung als eine Weichenstellung der Weltgeschichte zu nennen.

 

Tag 4

Der 4. Reisetag verlief ein klein wenig entspannter. Schließlich mussten die vielen Eindrücke der vergangenen Tage noch verarbeitet werden. So unternahm die Reisegruppe morgens lediglich einen Ausflug in den Generalife der Alhambra. Diese maurische Gartenanlage war der seinerzeitige Sommersitz der Sultane. Wasserspiele, Blumen und Pavillons sollten das Paradies symbolisieren.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, während sich die Gruppe bei einem gemeinsamen landestypischen Tapasessen in einer Stierkampfarena von Granada am Abend wieder fand.

Tag 5

Nun brach schon der 5. Tag unserer Rundreise nach Andalusien an. Ein Besuch der eindrucksvollen Höhle von Nerja lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Der etwa 1,4 Kilometer lange Rundweg beinhaltet wunderschöne Tropfsteinformationen, die sich hintereinander reihen. Die „Sala del Cataclismo“ ist mit ihren 32 Metern Höhe und 10 Metern Breite die gewaltigste Höhlensäule weltweit und kam sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. Wir finden kaum Worte, dieses faszinierende Naturwunder ausreichend zu loben. Einfach ein unvergesslicher Ort! Auf der Weiterfahrt nach Süden legen wir noch einen Zwischenstopp im Weißen Dorf Frigiliana ein. Das Gassengewirr der Altstadt liegt auf einem Hochplateau und besticht mit seinen verschachtelten Häusern und verschwiegenen Plätzen. Am Nachmittag erreichten wir dann die quirlige Hafenstadt Malaga. Wer einmal nach Malaga kommt, der sollte zumindest einmal in der Bodega el Pimpi gewesen sein. Neben einer kurzen Stadtrundfahrt machten wir genau das. Die urige Bodega erstreckt sich über 2 Etagen, in denen überall Weinfässer stehen und an den Wänden hängen verschiedene Dekorationen, angefangen von Stierköpfen bis hin zu Stierkampfplakaten. Es werden die typischen süßen Weine (VINO DULCE) Malagas angeboten.

Tag 6

Genau zwischen Mittelmeer und Atlantik liegt der markante Felsen von Gibraltar, etwa 14 Kilometer von Afrika entfernt. Gibraltar war unser Ziel am 6. Reisetag. Seit 1704 steht das Gebiet unter britischer Souveränität, sogar mit eigener Währung, dem Gibraltar – Pfund. Wir lassen unseren Bus stehen und gehen zu Fuß über die Grenze. Dabei schlich sich ein unheimliches Gefühl in uns ein. Erinnerte uns die Passkontrolle doch an die Zeiten des kalten Krieges in Europa zurück.

Gleich hinter dem Zollgebäude warten Kleinbusse auf uns, mit denen wir eine zweistündige Rundfahrt unternahmen. Wir fuhren durch mehrere Tunnelanlagen steil bergauf zum 426 Meter hohen Kalksteinfelsen. „Upper Rock“ wurde 1993 zum Naturschutzgebiet erklärt. Hier leben die bekannten Berberaffen, die alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wegschleppen. So mussten wir uns das erste mal auf unserer Reise um unser Hab und Gut sorgen. Weniger dramatisch war unser Besuch in der illuminierten St. Michael’s Cave. Diese sehenswerte Tropfsteinhöhle war bereits in der Jungsteinzeit bekannt. Die Zeit verrinnt wie im Fluge, schließlich fuhren wir wieder bergab ins Zentrum der Stadt. Hier stiegen wir aus und spazierten durch die Main Street, eine Einkaufsstraße und Fußgängerzone, zurück zum Grenzübergang, wieder in die Freiheit. Auf unserem Rückweg ins Hotel an der Costa del Sol kehrten wir noch in Marbella ein. Wo es früher bloß ein kleines Fischerdorf gab, fanden wir eines der aufregendsten Ferienorte am Mittelmeer vor, in dem sich die Schönen und Reichen die Türklinke in die Hand geben. Auch wir durften ein bißchen Luft in diesem Zentrum des Jet-Set und Show Business schnuppern.

Tag 7

Der vorletzte Tag war zweifelsfrei ein großer Höhepunkt unserer Reise. Auf der Stierfinka von Rafael Tejada, ein berühmter Torero Spaniens, leben nämlich die wohl berühmtesten Tiere Spaniens: Kampfstiere sowie großartige andalusische Vollblutpferde. Ferner erfuhren wir alles über das Leben der Kampfbullen und der Tanzpferde, die sich frei in der wunderschönen andalusischen Landschaft bewegen. Dabei durften wir selbst einmal Torero spielen. Nach unserer Schnellausbildung zum Torero fuhren wir sogar in eine große Stierkampfarena nach Ronda.

Stierkämpfe finden hier allerdings nur noch zwei bis drei Mal im Jahr statt. In der übrigen Zeit steht die Arena mit einem Museum für Besichtigungen offen. So gab man uns leider keine Gelegenheit unserer frisch erlernten Künste anzuwenden. Dafür schlenderten wir weiter durch die Stadt Ronda, die auf einem 750 m hohen Hochplateau liegt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die imposante Brücke, welche die Altstadt (La Ciudad) und die Neustadt (El Mercadillo) über eine 90m breite und 160m tiefe Schlucht verbindet. Ronda zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten Spaniens.

Tag 8

Bald hieß es schon wieder Koffer packen für den Rückflug. Zuerst genossen wir aber unser Strandhotel in Ciciliana, von welchem wir unsere Blicke weit über das glitzernde Meer schweifen ließen. Nach einer herrlich warmen Spätsommernacht fuhren wir auf dem Weg zum Rückflug auf einen Abstecher in die Hafenstadt Cadiz und später nochmals nach Jerez de la Frontera in eine Sherrybodega, nahe des Flughafens gelegen. Bei einer rund zweistündigen Führung bekamen wir einen sehr guten Einblick in die Sherry-Produktion. Der Firmengründer muss ein Kunstliebhaber gewesen sein. Man gewährte uns Zutritt zur privaten Sammlung mit ausgezeichneten Drucken von Picasso, Miro und Dali. Damit hatten wir nicht gerechnet, nahmen dieses überraschende Geschenk aber sehr gerne an. Abschließend ging es zur obligatorischen Sherryprobe. Man stellte uns fünf hervorragende Sherrys auf den Tisch und wir durften nach eigenem Ermessen probieren, soviel wir wollten. Leider aber nicht solange wir wollten, denn unser Rückflug wurde bald aufgerufen, so dass wir weitgehend wieder nüchtern den Rückflug nach Deutschland antraten.

Unser Reiseresümee: Die vielen prächtigen Bauten vereinen maurische Anmut und christliche Eleganz widerspruchslos. Zudem lässt die kulturelle Vielfalt Andalusiens viel Raum für Träumereien. Sprachlos wähnten wir uns oftmals wie in einem Märchen aus 1001 Nacht!